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05. Februar 2024
Hannes Kater – Detail einer Zeichnung aus dem Februar 2024
02.02.2024
Lieblingspfeile

LP 2058 - Lieblingspfeil Nr. 2058 von Hannes Kater
Graffiti in einem Berliner-U-Bahnhof
Lieblingspfeil Nr. 2058
Offene Ein-Linien-Pfeilspitze

Schwungvoll und effektiv: eine
Ein-Linien-Pfeilspitze, eventuell als ein verpfeilter Buchstabe, eventuell einem "R", ausgeführt.


Vgl. auch mit diesen LPs:
1952 – Ein-Linien-Pfeilspitze
1951 – Ein-Linien-Pfeilspitze
1747 – Ein-Linien-Pfeil
1523 – Ein-Linien-Pfeilspitze
1438 – Zackiger Einlinienpfeil
1186 – Ein-Linien-Pfeilspitze
1128 – Ein-Linien-Pfeilspitze
0809 – Pfeil aus einer Linie
0284 – Pfeilspitze aus einer Linie



Hannes Kater – Detail einer Zeichnung aus dem Februar 2024
Weitere Pfeilsituationen:
Pfeilsituation_33
Pfeilsituation_32
Pfeilsituation_31
Pfeilsituation_30
Pfeilsituation_29
Pfeilsituation_28
Pfeilsituation_27
Pfeilsituation_26
[...]

01.02.2024
Pfeilsituation_34

Pfeilsituation_34 von Hannes Kater
U-Bahnhof Stadtmitte in Berlin
Wahrscheinlich ist der Pfeil mit der Wellenlinien-Pfeilbahn entstanden, als die Plakatwand mit dem Netzplan nicht hing, denn es gibt keine Farbspur auf dieser Plakat.

So ist die jetzt
vermutete Anbindung wohl so nicht geplant gewesen... aber trotzdem schön.



Hannes Kater – Detail einer Zeichnung aus dem Januar 2024
31.01.2024
Lieblingspfeile

Jochen Stankowski – Pfeil, Skizze 1964
   Jochen Stankowski, Skizze 1986
Lieblingspfeil Nr. 2057
Verpfeilter Kopf

Diese Skizze von Jochen Stankowski aus dem Jahr 1986... ist das noch Grafik-Design – oder schon ein Kunstpfeil?

Auf jeden Fall ist es die Skizze eines Zeichenstellers, der, als sein Berufsleben begann, als Gebrauchsgrafiker bezeichnet wurde und dann viele bekannte Firmenzeichen entworfen hat, u.a. die berühmte Merve-Raute.

Vor einiger Zeit habe ich mit ihm telefoniert, um mit ihm über das Buch "Der Pfeil" zu sprechen, das er mit seinem Onkel Anton Stankowski und Eugen Gomringer schon 1972 veröffentlicht hat.

Nun war endlich Zeit, den Beitrag zu dem Buch fertig zu stellen, den man hier nachlesen und anschauen kann.




Hannes Kater – Detail einer Zeichnung aus dem Januar 2024
Detail des Pfeilschafts, an-
ders eingefärbt
29.01.2024
Lieblingspfeile

LP 2056 - Lieblingspfeil Nr. 2056 von Hannes Kater
LP 2056 - Lieblingspfeil Nr. 2056 von Hannes Kater
Außenwerbung für das Musical "Robin Hood" in Berlin
Lieblingspfeil Nr. 2056
Verpfeilter Buchstabe

Dieses verpfeilte "H" zeichnet sich dadurch aus, dass der Start der Pfeilbahn, der auf den ersten Eindruck den eines befiederten Waffenpfeils macht, von einer stilisierten Blume gebildet wird.

Ungewöhnlich ist bei dieser blumigen Befiederung, dass das erste Blatt gespalten ist – und so nicht nur einer Bogensehne Platz bieten würde, sondern auch den Eindruck einer Blüte macht. (Siehe Abb. rechts, wo ich das eigentlich weiße Pfeilende invertiert und das erste Blatt, bzw. die Blüte, gelb eingefärbt habe. Ansonsten habe ich die Gestaltung nicht verändert.)

Auf die Idee, dass das erste Blatt eigentlich eine Blüte darstellt, darstellen muss, kommt man deshalb, weil es sonst keine stilisierten Darstellungen von Zweigen oder Pflanzen gibt, deren letztes, und dann immer mittig platziertes Blatt, gespalten wäre....

Anscheinend möchten die Gestalter des Robin Hood-Schriftzugs den Eindruck erwecken, dass der Robin Hood im Musical keine bösen Waffenpfeile, sondern romantische Blumenpfeile verschießt,
Liebespfeile, die eigentlich einem Amor, bzw. Cupido, angemessen wären.

Lustig: im, mich nicht überzeugenden, Trailer zum Musical, sieht man ohne Ende Bögen, deren Bogensehnen auch immerzu gespannt werden, aber keinen einzigen Pfeil.

Vg. auch mit LP 0792: ein Bogen ohne Sehne, aber mit Pfeil – weil es bei einer Bronze nicht anders geht...



Hannes Kater – Detail einer Zeichnung aus dem Januar 2024
26.01.2024
Lieblingspfeile

LP 2055 - Lieblingspfeil Nr. 2055 von Hannes Kater
Werbung vor einem italinischen Restaurant, Berlin Prenzlauer Berg
Lieblingspfeil Nr. 2055
Wellige Pfeilbahn

Dieser Pfeil mit welliger Pfeilbahn mit Raumandeutung weist darauf hin, dass man hier aus 40 Sorten Pasta ab 6 Euro wählen kann.

Weiche Nudeln = weiche Pfeilbahn?
Weiche Pfeilbahn = freundlicher Hinweis? Freundlicher, und damit einladender, als ein Pfeil mit gerader Pfeilbahn?

Und: reicht die räumliche Nähe von zwei Einträgen in eine, hier grün gestaltete, Bildfläche, für eine eindeutige Kontextualisierung der Gabel mit Nudeln + Soße mit dem unmittelbar daneben platzierten Hinweis auf 40 SORTEN PASTA ab 6 Euro nicht aus? Könnte es sein, dass der Pfeil hier eine mehr dekorative, etwa auch ornamentale, Funktion hat?










Hannes Kater – Detail einer Zeichnung aus dem Januar 2024
25.01.2024
Lieblingspfeile

LP 2050 - Lieblingspfeil Nr. 2050 von Hannes Kater
Pfeile auf dem Handrücken einer Frau, fotografiert in der U2 Richtung Theodor-Heuss Platz
Lieblingspfeil Nr. 2054
Pfeil-Tattoo

In der U-Bahn habe ich sie angesprochen – und sie reagierte freundlich und unkompliziert: klar könne ich ihre Hände fotografieren... und die Pfeile, die sie so auf beiden Händen hat, stünden dafür, dass sie sich einfach bewegen müsse.

Die U-Bahn war ziemlich voll und laut, weil gerade der Bahnstreik läuft – und leider stieg sie auch nach nur 2 Stationen schon wieder aus... so hatte ich keine Chance, länger mit ihr zu reden.

Da es sich bei den tätowierten Pfeilen nicht um Waffenpfeile (mit einer Spitze mit Widerhaken und Federn am Pfeilschaft) handelt, haben sie auch nichts mit den üblichen Männerthemen Krieg, Jagd oder Tod zu tun.



Hannes Kater – Detail einer Zeichnung aus dem Januar 2024
*  Ins Deutsche übertragen: Die Welt besteht aus Materie, Energie und Information. Materie und Energie sind limitiert, aber Information ist nicht limitiert. Deshalb muss sie frei sein.

Quelle: Alles ist Eins. Außer der 0. Ein Dokumentarfilm von Klaus Maeck und Tanja Schwerdorf, Deutschland, 90 Minuten, 2021
Bis zum 28.01.2024 hier auf 3sat zu streamen


23.01.2024
The world consists from matter…

Screenshot "Alles ist Eins. Außer der 0." – LP 2053 - Lieblingspfeil Nr. 2053 von Hannes Kater
Screenshot "Alles ist Eins. Außer der 0." – LP 2053 - Lieblingspfeil Nr. 2053 von Hannes Kater
Details aus dem Vorspann des Dokumentarfilms "Alles ist Eins. Außer der Null"*
… energy and information. Matter and energy are limited. Information is unlimited. Because of this, it must be free. [Vgl. auch hier]

Das "from", statt eines eleganteren "of", verdankt sich dem schlechten Englisch von Wau Holland, von dem das Zitat stammt... Auch der Schluss klänge mit "That is why it must be free" mehr nach native English.



Lieblingspfeil Nr. 2053
8 Pfeile mit gleichem Startpunkt

Warum diese
8 Pfeile mit einem gemeinsamen Startpunkt so – noch dazu vor einem so oldschool-wilden Hintergrund – im Vorspann des Films Alles ist Eins. Außer der Null eingesetzt werden?

Vielleicht soll so das Chaos vom CCC, dem Chaos Computer Club, visualisiert werden... das wilde Denken von Wau Holland... mit samt seinen Bezügen auf die Hippie-Kultur und den Folgen, etwa der Illuminatus!-Triologie von Robert Anton Wilson (zusammen mit Robert Shea) und den Principia Discordia (hier und hier)...


Vgl. auch mit LP 2051


Hannes Kater – Detail einer Zeichnung aus dem Januar 2024
WeitereKunstpfeile:
21.12.2023 – Kunstpfeil_79
21.11.2023 – Kunstpfeil_78
13.11.2023 – Kunstpfeil_77_1
08.11.2023 – Kunstpfeil_77
11.10.2023 – Kunstpfeil_76
04.10.2023 – Kunstpfeil_75
28.09.2023 – Kunstpfeil_74
19.09.2023 – Kunstpfeil_73
04.09.2023 – Kunstpfeil_72
29.08.2023 – Kunstpfeil_71
03.08.2023 – Kunstpfeil_70
29.06.2023 – Kunstpfeil_69
[...]
22.01.2024
Kunstpfeil_80

Endre Tót: VERY SPECIAL PIECES (1973-2023), 2023 - Kunstpfeil_080 von Hannes Kater. Foto: Hannes Kater
Endre Tót: VERY SPECIAL PIECES (1973-2023), 2023. Installation, Wandzeichnung, verschiedene Materialien. DAAD Galerie
Für If the Berlin Wind Blows My Flag. Kunst und Internationalisierung vor dem Mauerfall (in West-Berlin], 14.09.2023 - 14.01.2024
Endre Tót: VERY SPECIAL PIECES (1973-2023), 2023 - Screenshot aus einem Video der ACB-Galeria in Ungarn
Endre Tót vor seiner Installation im Interview
Eigentlich müsste mich diese Wandarbeit mit vielen Pfeilen von Endre Tót begeistern, aber der Pfeileinsatz ist mir nicht stimmig genug... die Pfeile werden mir zu dekorativ und zu sehr nach ästhetischen Gesichtspunkten, wie zum Beispiel "notwendige Verdichtung" und "belebene gestische Linie", eingesetzt.

Das Interview mit ihm, aus dem das Standbild links stammt, hilft nicht, die Wandarbeit besser zu verstehen, gibt aber interessante Einblicke in seine künstlerische Entwicklung.

Er beschreibt, dass es für ihn als Ungarn schwierig war, an Informationen zu kommen – und wie zwei kleine schwarz-weiß Abbildungen von Arbeiten von Cy Twombly buchstäblich sein Leben veränderten.


Hannes Kater – Detail einer Zeichnung aus dem Januar 2024
19.01.2024
Potentielles Merchandise?

LP 2052 - Lieblingspfeil Nr. 2052 von Hannes Kater. Entwurf T-Shirt-Motiv: Hannes Kater
  T-Shirt mit Pfeifen-Pfeil. Entwurf: H. Kater
Lieblingspfeil Nr. 2052
Pfeil-Pfeifen-Unschärfe

Diesen, auf René Magritte Verrat der Bilder anspielenden, Pfeifen-Pfeil kann man nicht nur als Pfeil-Pfeife-Unschärfe betrachten, sondern auch als kontextualisierenden Pfeil verstehen: der Kopf, der da aus dem T-Shirt raus guckt, gehört zu einem Menschen, der "keine Pfeife" ist.


Vgl. auch mit kontextualisierenden
Pfeilen auf diesen T-Shirts:
31.05.2012
LP 0462
LP 0445

Und:
Die
Einstiegs-Pfeifen von Projekt 62
"Der Verrat der Bilder" und die Folgen wurden überarbeitet und funktionieren nun deutlich besser...



Hannes Kater – Detail einer Zeichnung aus dem Januar 2024
18.01.2024
Lieblingspfeile

LP 2051 - Lieblingspfeil Nr. 2051 von Hannes Kater, eingereicht von Hinrich Schmieta
Graffiti in der Innenstadt von Bielefeld. Foto: Hinrich Schmieta
Lieblingspfeil Nr. 2051
8 Pfeile mit annähernd gleichem Startpunkt

Auf einem Pfeiler – und mit einem nicht ganz genau ausgeführten Pfeilstartzentrum – weisen hier
8 Pfeile fein in alle Richtungen. Gelungen sind auch die geschwungenen Pfeilbahnen, die das Ganze weniger statisch und organischer wirken lassen.

Vgl. auch mit LP 1517 (je 4-pfeiliger Treff- und Ausgangspunkt)


Eingereicht von Hinrich Schmieta


Hannes Kater – Detail einer Zeichnung aus dem Januar 2024
*  Quelle: englisch doku-mentierte Rede auf der Website von Nobelprize.org

17.01.2024
Textsample

Jon Fosse hat 2023 den Literaturnobelpreis gewonnen – und ich habe bei Abschnitten seiner Nobelpreisrede* "Sprache" mit "Bilder", "schreiben" mit "zeichnen" und "Lyrik" und "Prosa" mit "zeichnen auf Papier" und "Drama" mit "Raumzeichnung" ersetzt – und sonst inhaltlich so wenig wie möglich eingegriffen.

Ich finde, Fosses Aussagen decken sich erstaunlich weitgehend mit meinem Ansatz und meiner Selbstwahrnehmung – nur bestimmte Aspekte, die ich mal, etwas vereinfachend, mit "katholisch" bedingt benenne, sorgen für leichte inhaltliche Differenzen.

[…]
In gewisser Weise war es so, dass mein Befremdet sein, meine Einsamkeit, drohte, mir auch die Bilder zu nehmen und dass mir klar wurde, dass ich sie mir sozusagen zurückholen muss.
[…]
Und wenn ich das tun wollte, dann nicht nach den Vorgaben anderer, sondern nach meinen eigenen. Ich begann,
meinen eigenen zeichnerischen Weg zu suchen, mit kleinen schnellen Versuchen mit Filzstiften auf billigem Papier.

Und ich entdeckte, dass mir dies ein Gefühl der Sicherheit gab, es kontextualisierte Vieles und verband mich mit etwas. In gewisser Weise fand ich einen Ort in mir, der doch mit etwas verbunden war, und von diesem Ort aus konnte ich zeichnen, was nur mir gehörte und sich mit etwas verband.
 
Jetzt, etwa vierzig Jahre später, sitze ich immer noch da und zeichne – und ich zeichne immer noch von diesem geheimen Ort in mir, einem Ort, über den ich ehrlich gesagt nicht viel mehr weiß, als dass er existiert.

Der norwegische Dichter Olav H. Hauge hat ein Gedicht geschrieben, in dem er den Akt des Schreibens damit vergleicht, ein Kind zu sein, das im Wald Laubhütten baut, in sie hineinkriecht, Kerzen anzündet, sich hinsetzt und sich an dunklen Herbstabenden sicher fühlt.

Ich denke, das ist ein gutes Bild dafür, wie auch ich den
Akt des Zeichnens erlebe. Jetzt – wie auch schon vor vierzig Jahren. Und ich habe noch mehr gelernt: ich habe gelernt, dass es, zumindest für mich, einen großen Unterschied zwischen dem Anschauen von Bildern und Filmen und dem selbst Zeichnen gibt, also zwischen dem gesellschaftlichen Bildumgang und der eigenen Bildproduktion.

Die gesellschaftlich verhandelten Bilder und Filme sind oft eine monologische Kommunikation einer Botschaft, dass etwas so oder so sein sollte, oder es ist eine rhetorische Kommunikation einer Botschaft mit Überzeugung oder Überredung.

Meine eigene Bildproduktion war nie so – denn sie informiert nicht, sie ist eher Bedeutung als Kommunikation, sie hat ihre eigene Existenz.

Und in diesem Sinne steht eine gute eigene Bildproduktion und jede Art von Predigt offensichtlich im Gegensatz zueinander, ob die Predigt nun religiös oder politisch oder was auch immer ist.
[…]
WeitereTextsamples
08.12.2022 Als wären wir die einzigen Menschen je nach Christoph Ransmayr
28.11.2011  Hermeneutische Versuchung nach Slavoj Zizek
07.02.2011 me, je, moi, myself and I – Micheaux, Rimbaud und Lacan in the Mix
[...]
Ich habe sowohl viele kleine Zeichnungen gemacht, als auch einige raumgreifende Zeichnungen.

Und die Raumzeichnung zeichnet sich natürlich dadurch aus, dass es Zeichnung im Raum ist, wo der Betrachter, also der Besucher der Präsentation, immer auch ein imaginäres Universum betritt – und konfrontiert wird mit etwas, das nicht informiert, aber das sein eigenes Wesen hat, das existiert.

Und wenn es um die kleinen Zeichnungen auf Papier geht, hat Michail Bachtin Recht, wenn er behauptet, dass die Anordnungen der Linien, der eigentliche Akt der zeichnerischen Findungen, zwei Stimmen in sich trägt.

Vereinfacht gesagt: die Stimme desjenigen, der macht, der also zeichnet, und die Stimme desjenigen, der das Zeichnen beobachtet, der den Linien beim Entstehen zusieht und sich so seine Gedanken macht. Diese Stimmen gehen oft so ineinander über, dass es unmöglich ist zu sagen, wessen bildnerische Intention dominanter ist, wer eigentlich das Ergebnis bestimmt.

Es wird einfach
eine zweigleisige, sich im Austausch befindliche, Bildfindung – und das ist natürlich auch Teil des gezeichneten Universums und der Logik darin.
 
Jede meiner Raumzeichnungen, die ich gemacht habe, hat sozusagen sein eigenes fiktionales Universum, seine eigene Welt. Eine Welt, die für jede Raumzeichnung neu ist.

Aber auch jede gute Zeichnung, die ich je auf einem DIN A4 großen Papier gemacht habe – und ich habe wirklich viel so gezeichnet – ist sozusagen ein eigenes fiktionales Universum... und es handelt und bezieht sich hauptsächlich auf sich selbst.

Und dann kann jemand, der diese Zeichnung anschaut, in das Universum eintreten, das die Zeichnung ist – ja, es ist mehr eine Form von Verbundenheit, eine Vereinigung – als eine Kommunikation.
In der Tat trifft das wahrscheinlich auf alles zu, was ich gezeichnet habe.
 
Eines ist sicher, ich habe nie gezeichnet, um mich auszudrücken, wie man so sagt, sondern um von mir selbst wegzukommen.

Und dass ich als schließlich bei Raum-
zeichnungen
gelandet bin – ja, was soll ich dazu sagen?
Ich habe erst kleine Zeichnungen gemacht und hatte keine Lust, für Räume zu arbeiten, aber mit der Zeit habe ich es dann doch getan, denn im Rahmen einer kleinen Karriere, wurden mir, dem Zeichner im Kunstkontext, kaum andere Möglichkeiten angeboten, als meine Zeichnungen in Ausstellungsräumen zu zeigen.

Das erste Mal, als ich, noch als Kunststudent, eine Raumzeichnung machte, war die größte Überraschung in meinem ganzen Leben als Künstler. Denn als Zeichner hatte ich versucht, das zu zeichnen, was normalerweise – in der üblichen Illustration – nicht zeichnerisch gefasst werden kann. Ja, ich hatte versucht, das Unzeigbare zu zeigen, was dann auch als Grund für die ersten kleinen Anerkennungen angegeben wurde.

Das Wichtigste im Leben kann nicht gezeigt, sondern nur gezeichnet werden, um einen berühmten Ausspruch von Jacques Derrida zu variieren. Ich versuche also, das nicht Zeigbare darstellbar zu machen.

Und als ich meine ersten Raumzeichnungen, damals hauptsächlich mit Projektionen von Zeichnungen mit vielen Overheadprojektoren, machte, konnte ich die Lücken in der räumlichen Zeichnung, die Pausen im zeichnerischen System, auf eine ganz andere Weise nutzen als auf dem begrenzten kleinen Papier.

Ich brauchte nur einfach nichts zu zeichnen, und die stumme Raum war da. Und so wurde die Lücke zweifellos das wichtigste und am häufigsten verwendete Mittel in meinen Raumzeichnungen – große Lücke, kleine Lücke – oder einfach eine Lücke, eine Pause, ein nicht bezeichneter Raum.

In diesen Pausen kann so viel sein, oder so wenig. Dass etwas nicht gezeichnet werden kann, dass etwas nicht gezeichnet werden will oder am besten dadurch gezeigt wird, dass gar nichts gezeigt wird.
Dennoch bin ich mir ziemlich sicher, dass das, was am meisten durch die Pausen spricht, die Stille ist.
 
Vielleicht haben in meinen Zeichnungen auf Papier alle Wiederholungen eine ähnliche Funktion wie die Lücken und Pausen in meinem Raumzeichnungen. Oder vielleicht sehe ich es so, dass es in den Raumzeichnungen eine stille Zeichnung gibt, in den Zeichnungen auf Papier stille Zeichen mitten unter dem systemischen Zeichnen, und wenn ich gute Zeichnungen zeichnen will, müssen diese stillen Zeichen auch ihren Platz auf dem Papier bekommen...
[…]

Hannes Kater – Detail einer Zeichnung aus dem Januar 2024
16.01.2024
Lieblingspfeile

LP 2050 - Lieblingspfeil Nr. 2050 von Hannes Kater
LP 2050 - Lieblingspfeil Nr. 2050 von Hannes Kater
Detail einer alten Tüte von NBB (Abkürzung von: Notebooksbilliger)
Lieblingspfeil Nr. 2050
Viele Pfeile mit einigen Fehlern

Die Tüte ist aus dem Jahr 2020 oder 2021 – inzwischen haben sie nicht nur das Design der Tüten, sondern auch das Logo von NBB, also Notebooksbilliger, geändert...

In dem alten Firmenlogo hatte ein klassischer Pfeil, der so auch auf den Tüten auftrat, noch einen prominenten Auftritt, inzwischen ist der Pfeil zu einem Hybrid zwischen Büroklammer und reduziertem Dreiecksspitzenpfeil geworden – und steht nicht mehr hinweisend vor dem Firmennamen "notebooksbilliger.de", sondern ist jetzt ein Anhängsel der drei Buchstaben "NBB".

Interessant bei der Tüte sind einige
Logik-Fehler, die dem Gestalter der Tüte unterlaufen sind, als er großzügig Pfeile verteilte, exemplarisch in der oberen Abbildung bei der 3er-Kette von eigentlich hintereinander liegenden Pfeilen zu sehen.


2021, also etwa zu der Zeit, zu der ein Freund, der dort einkaufte, die Tüte erhalten hat, hat Notebooksbilliger einen Prozess
wegen illegaler Videoüberwachung seiner Mitarbeiter verloren und sollte 10,4 Millionen Euro Strafe zahlen... sie haben damals Widerspruch eingelegt.
Erstaunlicher Weise scheint es, Stand März 2023, bei dieser hohen Strafsumme geblieben zu sein.



Hannes Kater – Detail einer Zeichnung aus dem Januar 2024
15.01.2024
Lieblingspfeile

LP 2049 - Lieblingspfeil Nr. 2049 von Hannes Kater
LP 2049 - Lieblingspfeil Nr. 2049 von Hannes Kater
Tisch mit Bestellungsanleitung vor einem Imbiss in Berlin
Lieblingspfeil Nr. 2049
Pfeil mit gekringelter Pfeilbahn

Der Imbiss Wing-Station hatte in den gut 15 Minuten, die wir auf unser Essen warteten, dass wir in dem Imbiss direkt daneben bestellt hatten, keinen einzigen Kunden – und deren Website ist auch enttäuschend.

Aber die Grafik mit der Bestellanleitung auf dem Tisch vor dem Ladenlokal ist schön, auch weil so viele Pfeile zum Einsatz kommen.

Interessant verspielt sind die
Pfeile mit der gekringelten Pfeilbahn... aber die Vermutung, dass die Kringel etwas mit der Schärfe des jeweiligen Flavors auf den sie hinweisen, zu tun haben könnten, bestätigte sich nicht: die Geschmacksrichtungen "Hamzino Habanero" und "Jerk Station" haben beide jeweils 5 Schärfe-Flammen, aber ganz unterschiedliche Pfeilbahnen; die vom Pfeil auf "Hamzino Habanero" hat keinen einzigen Kringel.




Hannes Kater – Detail einer Zeichnung aus dem Januar 2024
12.01.2024
Lieblingspfeile

LP 2046 - Lieblingspfeil Nr. 2046 von Hannes Kater
LP 2048 - Lieblingspfeil Nr. 2048 von Hannes Kater
Tag der offenen Tür an einer Berliner Oberschule
Lieblingspfeil Nr. 2048
Pfeil mit inkorporiertem Gegenpfeil

Vermutlich wurden die Hinweisschilder für die Bienen AG im Voraus produziert – und als man dann vor Ort feststellte, dass der Pfeil in die falsche Richtung zeigte, wurde
ein größerer Pfeil so über den kleineren gesetzt, dass dieser in der Pfeilbahn des größeren gut sichtbar blieb.



Hannes Kater – Detail einer Zeichnung aus dem Januar 2024
11.01.2024
Lieblingspfeile

LP 2047 - Lieblingspfeil Nr. 2047 von Hannes Kater
Werbender Hinweis am Kottbusser Tor (beim NKZ), Berlin Kreuzberg
Lieblingspfeil Nr. 2047
Entfernungsangaben in der Pfeilbahn

Schön, wie hier die zwei
Entfernungsangaben in der Pfeilbahn verdeutlichen, dass man, wenn man dem Hinweis folgt und die Kehre läuft, schon die Hälfte des Weges zurückgelegt hat.

Allerdings: die "10 METER" sind, weil gedreht, nicht ohne weiteres lesbar – aber immerhin wurde, um die Lesbarkeit etwas zu verbessern, der Weißraum für den Eintrag vergrößert, die Pfeilbahn hier also breiter gestaltet, als beim Pfeilbahnstart.



Hannes Kater – Detail einer Zeichnung aus dem Januar 2024
Legende
Konkrete Poesie: Das Wort "Pfeife" immer wieder analog getippt – in der ungefähren Umrißform einer Pfeife
Sozusagen der Magritte: Bild einer Pfeife mit Textkommentar "Das ist keine Pfeife"
Textaussage: "Das ist eine Pfeife"
Ohne Differenz zum Abgebildeten, kann das Bild nicht Bild des Abgebildeten sein
Kommentar (-ebene): "Das ist keine Pfeife"
Wort "Pfeife"
Bild einer Pfeife
Das Drehen einer Zigarette: sich "eine drehten" oder "sich eine Pfeife machen" war Anfang des 20. Jahrhunderts in Frankreich ein Slangausdruck für einen Blowjob
Kalligramm "Pfeife"
10  Sexualisierte Pfeife
Was fehlt:
11  "Das Pfeifen im Walde": Homophonie als Beispiel für sprachorientierte Ansätze
12  Abbildung eines Blow-Jobs
Was auch noch fehlt:
Möglichkeiten einer zusätzlichen BU außerhalb des offiziellen Bildraums, Reaktionen / Kommentare aus dem Kunstbetrieb, falsch zugewiesene Text-Zitate, Untersuchung der unterschiedlichen Lesarten von "Eine Pfeife", "Das ist eine Pfeife" und "Dies ist eine Pfeife", Das Wort "eine" als Zahlenangabe verstehen (siehe auch: überspezifisches Dementi), Merchandise-Produkte, usw.

Mehr dazu hier



10.01.2024
Kleine Übersicht zu "Der Verrat der Bilder"


Hannes Kater – Detail einer Zeichnung aus dem Januar 2024
08.01.2024
Keine Pfeile und kein Penck

Die bei A.R. Penck oft auftretenden dreifingerigen Hände erinnern mich an nach unten weisende Pfeile – und da habe ich mal diese kleine Animation gebaut, um das nachvollziehbar vorzuführen.


Pfeil-Hände animiert: umgearbeiter Penck
Umgearbeiteter und animierter Penck
Hannes Kater – Detail einer Zeichnung aus dem Januar 2024
05.01.2024
Lieblingspfeile

LP 2046 - Lieblingspfeil Nr. 2046 von Hannes Kater
LP 2046 - Lieblingspfeil Nr. 2046 von Hannes Kater
Ladenschild in Lucca
Lieblingspfeil Nr. 2046
3 halbe Pfeile um den Globus

Schönes Detail bei einem Ladenschild eines Reisebüros in Lucca, Italien:
drei Pfeile mit halben Pfeilspitzen und noch eine Pfeilbahn ohne jede Pfeilspitze zeigen Reisewege um den Globus an.

Durch die gekurvte Pfeilbahn hat besonders die halbe Pfeilspitze des mittleren Pfeils ein Mittelachsenproblem: die eigentliche Spitze des Pfeils liegt deutlich neben dem eigentlich erwartbaren Ort, dass die Zeigewirkung leidet... halbe Pfeilspitze verzeihen solche Unklarheiten weniger, als Pfeile mit vollständiger Pfeilspitze.



Hannes Kater – Detail einer Zeichnung aus dem Januar 2024
*  Die ständig korrigierten Werte für
die Sessions vom 03.12.2023
jeweils am:
04.12.2023: 5245
05.12.2023: 5084
06.12.2023: 4919
07.12.2023: 4806
09.12.2023: 4664
10.12.2023: 4604
11.12.2023: 4549
12.12.2023: 4492
13.12.2023: 4444
14.12.2023: 4398
16.12.2023: 4322
17.12.2023: 4286
18.12.2023: 4255
19.12.2023: 4229
21.12.2023: 4180
22.12.2023: 4153
23.12.2023: 4132
24.12.2023: 4102
25.12.2023: 4073
26.12.2023: 4053
27.12.2023: 4044
28.12.4029: 4029
29.12.2023: 4006
30.12.2023: 3994
31.12.2023: 3987
04.01.2024
Statistik 2023

Statistik 2023 der Website von Hannes Kater: Pageviews, Sessions und Hits
 Statistik für das Jahr 2023 von der Seite meines Internetproviders
Mehr als durchschnittlich 50000 Sessions im Monat – so viele Nutzer wie bisher noch nie. Und alle anderen Zahlen sind auch auf einem Allzeithoch.

Seit dem Jahr 2003 gab es laut Provider-Statistik, die sehr mit Vorsicht zu genießen ist – ich befürchte, man muss, um realistische Zahlen zu erhalten, die Angaben des Providers durch (mindestens) 5 teilen
– insgesamt 4.010.621 Besucher, also Sessions, und 45.581.124 Pageviews.


Was zudem seltsam ist: Tageswerte vom, zum Beispiel, dem 03.12.2023 werden bis zum Ende des Monats jeden Tag (!) nach unten korrigiert*, wirklich jeden Tag... welcher Algorithmus berechnet das?
Und wie kommt es, dass die Werte vom 29.12. nur 2 Tage lang nach unten korrigiert werden – dass ein Monatsende und der Beginn eines neuen Monats (scheinbar) zur Folge hat, dass keine weitere Korrekturen mehr stattfinden?


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Pfeil runter 28. Dezember 2023
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